Förderprojekte

WZB wirkt

Die Freundinnen und Freunde des WZB schrieben Ende 2021 40.000 Euro aus ihren Vereins-Beitragseinnahmen für die Förderung von vier Transferprojekten aus dem WZB aus. Fast ein Dutzend Anträge gingen ein und beeindruckten mit ihrer großen Bandbreite, Kreativität und Leidenschaft. Eine gut gemischte Kommission, bestehend aus Forschenden und Wissenschaftsunterstützenden des WZB, Freundinnen und Freunden des WZB und einem Journalist in Residence des Hauses, wählte im Februar 2022 drei Anträge zur Förderung aus:

  • Lena Ulbricht: „‘Festifuneral’ – binäre Denk- und Ordnungsstrukturen in Wissenschaft, Politik und Kunst überwinden“. Lena Ulbricht plant mit ihrer Kollegin Thamy Pogrebinschi, Vertreter:innen des Karneval der Kulturen Berlin und anderen Einrichtungen ein innovatives zweitägiges Festival in Berlin, das die Verschmelzung von Wahrnehmungs- und Ausdrucksmöglichkeiten aus Wissenschaft, Politik, Kunst und sozialen Bewegungen präsentieren und in Workshops ausloten will.
  • Jan Wetzel, Silvio Suckow et al.: „In guter Gesellschaft – Soziale Zusammenhänge verstehen und mitgestalten“. Während die Erklärung von naturwissenschaftlichen Fragen in den sozialen Medien gerade seit Beginn der Pandemie in Videoformaten immer mehr Verbreitung fand, sind die Sozialwissenschaften nach wie vor weniger sichtbar. Jan Wetzel, Silvio Suckow und ihre Kollegen planen die Entwicklung eines zwanzigminütigen Videoformats, das die Zuschauer mitnimmt auf Spaziergänge durch Alltagssituationen und über deren gesellschaftlichen Implikationen und sozialwissenschaftlichen Erklärungsansätze aufklärt.
  • Sarah George und Theresa Pfaff: „Gestaltung einer inklusiven Verkehrswende. Parkraumbewirtschaftung als Maßnahme gegen den Klimawandel im Experimentierraum Kreuzberg“. Sarah George und Theresa Pfaff tragen die Ergebnisse der langjährigen Forschungen und Befragungen ihrer Forschungsgruppe an die Orte, an denen sie entstanden. Mitten im Kreuzberger Kiez sollen Workshops und Veranstaltungen zu Parkraumbewirtschaftung und Verkehrsplanung stattfinden; insbesondere sollen Gewerbetreibende, Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund, die im politischen Gestaltungsprozess selten eingebunden sind, eingeladen werden.

Das Projekt von Tommaso Virgili und Ruud Kooomans für die WZB-Seminarreihe "Liberalism and Islam in contemporary society" wurde als gesellschaftspolitisch äußerst relevant lobend hervorgehoben. Es wird in anderer Form am WZB realisiert werden.

Damit erwies sich die Ausschreibung als voller Erfolg. Der große Rücklauf und die kreativen Anträge machten das mehr als deutlich. Auch das Auswahlgespräch an sich war ein allerbestes Beispiel für Transfer und Partizipation und ein lebendiger Beweis für die Freunde und Freundinnen, dass ihre großzügigen jährlichen Spendenbeiträge gut ausgegeben sind. Auch für das nächste Jahr ist eine solche Ausschreibung geplant.

Friends of the WZB Award

Der "Friends of the WZB Award" wurde 2015 von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern am WZB initiiert. Er ist mit einem freien Preisgeld von eintausend Euro dotiert. Die Jury besteht aus drei WZB-Direktor:innen und dem Vorsitzenden des Fördervereins.

Preisträgerinnen des "Friends of the WZB Award" 2021 sind Jelena Cupać und İrem Ebetürk, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen in der Abteilung Global Governance. Sie erhalten den Preis für ihren Text "Backlash advocacy and NGO polarization over women's rights in the United Nations". Die Jury lobte die Arbeit als einen sehr lesenswerten Text, der NGOs als politische Akteure identifiziert, die in der internationalen Politik bisher kaum sichtbar waren. Mit seinem hohen wissenschaftlichen Wert, seiner hohen Relevanz und seinem innovativen Thema leistet der Text einen wichtigen Beitrag zur politikwissenschaftlichen Debatte.

Die vorherigen Gewinner:innen:

  • Sönke Matthewes (Ausbildung und Arbeitsmarkt) für seine Veröffentlichung über die frühe Aufteilung von Schülern und Schülerinnen auf verschiedene Schultypen und deren Folgen für ihre Kompetenzentwicklung,
  • Julia Pohle (Politik der Digitalisierung) für ihren Beitrag über die Dringlichkeit digitalpolitischer Fragen und die Bedeutung adäquater Entscheidungsstrukturen und finanzieller Ressourcen,
  • Werner Krause (Demokratie und Demokratisierung) für seine Analyse der Frage, ob und wie Parteien der politischen Mitte auf Wahlerfolge rechtsradikaler und populistischer Parteien reagieren,
  • Tine Hanrieder (Globale humanitäre Medizin) für ihren Beitrag über das Scheitern von Reformbemühungen in der Weltgesundheitsorganisation WHO,
  • Anselm Rink-Hager (Migration, Integration, Transnationalisierung) für seinen Nachweise, dass deutsche Sozialämter Menschen besser beraten, die vermeintlich deutscher Herkunft sind,
  • Maja Adena (Ökonomik des Wandels) für ihren Beitrag über den Effekt von Radiopropaganda auf den Wahlerfolg der NSDAP am Ende der Weimarer Republik und
  • Aiko Wagner (Demokratie und Demokratisierung) und Heiko Giebler (Demokratie und Demokratisierung) für die Entwicklung eines Messkonzepts für Rechtspopulismus.

Fünfzigster Geburtstag des WZB

Am 19. Juni 2019 fand in Kooperation mit der Barenboim-Said-Akademie einJubilä­ums-Festakt unter dem Titel „Europa – Mythos und Vision“ im Pierre Boulez Saal statt. Im Zentrum stand die Ur­aufführung eines neuen Werks von Jörg Widmann, interpretiert von Daniel Barenboim und dem Boulez Ensemble. Es sprachen Daniel Barenboim, Jutta Allmendinger, Bun­desministerin Anja Karliczek und der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller; der Politikwissenschaftler Christian Rauh „slammte“ zu Fragen der Demokratie; und Kinder und Jugendliche des Kreuzberger Kunstlabors S27 präsentierten ihre Wünsche und Ideen zur Gesellschaft der Zukunft. Im zweiten Programmteil informier­ten eine Ausstellung und Kurzfilme über die Forschungsthemen des WZB; zudem zeigte der US-amerikanische Künstler Joe Ramirez seine Kunstinstallation „The Gold Pro­jections“, die eine mit dem WZB erarbeitete Filmsequenz zum heutigen Europa auf Goldscheiben projizierte. Die Jubiläumsfeierlichkeiten wurden maßgeblich durch die großzügigen Spenden der Freundinnen und Freunde des WZB unterstützt.

Kinderrechts-Kartenspiel „Geräecht“

„Du bist so gemein!“ Kinder fühlen sich oft ungerecht behandelt. Dabei wissen sie meist nicht genau, welche Rechte sie haben. Das von den Freunden des WZB geförderte Kinderrechts-Karten­spiel „Geräecht“ hilft ihnen, drei Rechte kennenzulernen – Schutzrecht, sein Beteiligungsrecht und sein Förderrecht –  und sich so besser gegenüber Erwachsenen zu behaupten. Zum Beispiel gegenüber Gert Garstig, der einem Kind verbietet, seine Meinung zu äußern, oder Nina Neugierig, die heimlich im Tagebuch ihres Kindes liest. Entwickelt wurde das Kartenspiel von Michael Wrase, Rechtswissenschaftler am WZB, und Ferdinand Weigel, Student der visuellen Kommunikation an der Universität der Künste (UdK) im „Visual Society Program“ von WZB und UdK, in dem Gestalter und Sozialwissenschaftler zusammenarbeiten und forschen. Die Freunde des WZB haben das Projekt maßgeblich finanziert, das Deutsche Kinderhilfswerk beteiligte sich an der Finanzierung und übernahm den Vertrieb des kostenlosen Spiels.

Broschüre WZBabys

Im Rahmen einer WZB-internen Studie zu Familienfreundlichkeit und Geburtenraten wurden für den Zeitraum von 2011 bis 2017 die Geburten und Elternzeiten am WZB zusammengestellt und analysiert. Mit einer Befragung der im Hause arbeitenden Eltern – dem „Elterntagebuch“ – wurden außerdem persönliche Erfahrungen und Meinungen der WZB-Mitarbeiter*innen mit Kindern erhoben. Die Ergebnisse wurden dann in der Broschüre „WZBabys“ veröffentlicht und sollen exemplarisch zeigen, wie sich das Arbeitsumfeld einer Einrichtung wie des WZB familienfreundlicher entwickeln kann. Der Druck der Broschüre wurde durch die Freundinnen und Freunde des WZB finanziert.

WZB-Zeitzeugen-Interviewprojekt

Das WZB hat in den letzten vier Jahrzehnten die sozialwissenschaftliche Forschung in Deutschland mitgeprägt. Es ist auf vielerlei Weise mit deutschen und internationalen Einrichtungen verbunden, zeichnet sich aber auch durch das Alleinstellungsmerkmal aus, von Anfang an multidisziplinär zu arbeiten. Der Wandel der Institution, die Prägung durch herausragende Forscherinnen und Forscher und die Bedeutung des WZB für viele wissenschaftliche Karrieren sind in einem Dutzend Interviews mit Forscherinnen und Forschern, Politikern, Präsidenten und Administratoren beleuchtet worden. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen Menschen, Themen, Strukturen und der gesellschaftliche Kontext. Die Interviews sind ein Beitrag für die Dokumentation der eigenen Entwicklungsgeschichte und Teil des WZB-Archivs. Die "Freunde des WZB" unterstützten dieses Projekt mit einer Summe in Höhe von 14.000 Euro.

Die Video-Interviews können hier auf der Website angeschaut werden.