Forschungsprofessur
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Die Forschungsgruppe Globale Soziologie befasst sich mit globalisierten Skripten der Gesellschaft und der Entwicklung wirtschaftlicher und politischer Governance-Strukturen und kultureller Systeme, die sie umgeben.  Im Kern geht es um die globale Institutionalisierung, Etablierung und Verbreitung von Modellen und Standards sowie die Umwandlung und Weiterentwicklung nationaler Akteure, Organisationen und Policies im Zusammenspiel mit solchen globalen Rahmenbedingungen.  Wichtig ist, dass die internen Widersprüche globalisierter Skripte, die zu Konflikten und Veränderungen führen, in den Mittelpunkt gerückt werden.

Ein aktuelles Forschungsinteresse gilt dem liberalen bzw. neoliberalen Skript der Staatsbürgerschaft, das die Globalisierungstendenzen seit Mitte des 20. Jahrhunderts begleitet, und den Blick in dessen Zukunft (in Zusammenarbeit mit dem SCRIPTS Excellenzcluster). Konkret dreht sich die Forschung um drei analytische Knotenpunkte: a) die Prozesse und Agenturen der Diffusion globaler Skripte in einer zunehmend fragmentierten und multipolaren Weltordnung, b) die Skripte und Institutionen der liberalen Staatsbürgerschaft und ihre gesellschaftlichen Grundlagen und Widersprüche in vergleichenden (und über den Westen hinausgehenden) Kontexten und c) die paradoxen Implikationen und Herausforderungen der wachsenden Kluft zwischen den globalisierten Skripten und ihrer Umsetzung.

Ausgehend von einer makrosoziologischen und neo-institutionalistischen Perspektive knüpft Global Sociology eng an die Themenfelder der Studien der internationalen Beziehungen, wie makropolitische Ansätze und Rechtswissenschaften und setzt sich theoretisch, konzeptionell und empirisch mit ihnen auseinander.  In diesem Forschungsschwerpunkt wird empirische Forschung in einer Reihe von Bereichen durchgeführt (einschließlich Staatsbürgerschaft, Menschenrechte, internationale Migration, Bildung, Wissenschaft und wissensbasierte Wirtschaft), wobei verschiedene Analyseebenen und -maßstäbe integriert werden.  Methodisch setzt das Programm eine Vielzahl von Methoden ein: längsschnittliche und länderübergreifende vergleichende Methoden, groß angelegte und experimentelle Erhebungen, qualitative Interviews, Archivforschung, Web-Data-Mining und Textanalyse.

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Lina Hayek
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lina.hayek [at] wzb.eu
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