Entwicklung demokratischer Ideen

Abstract

Die Hauptprämisse dieses Forschungsschwerpunkts ist, dass der Aufstieg der Demokratie in den letzten zwei Jahrhunderten sowohl ein ideeller als auch ein institutioneller Paradigmenwechsel war. Der Begriff "Demokratie" war im politischen Mainstream-Diskurs des frühen 19. Jahrhunderts historisch gesehen ein pejorativer Begriff, der mit der Herrschaft des Pöbels gleichgesetzt wurde. Heute ist die Bezeichnung "Demokratie" gleichbedeutend mit der höchsten Form der politischen Legitimation. Wie, wann und warum hat sich dieser Diskurswandel vollzogen? Die Forschung in diesem Bereich nutzt eine Vielzahl von Methoden, darunter statistische Textanalysen, um die ideelle Entwicklung der Demokratie in einer Reihe von Demokratien (z. B. in Großbritannien, den Vereinigten Staaten, Frankreich und Deutschland) nachzuzeichnen. Wir untersuchen zum Beispiel, wie deutsche und britische Abgeordnete im 19. Jahrhundert über Demokratie sprechen, und zeigen, wie und wann MPS im Laufe des 19. Jahrhunderts allmählich positiver in ihrem Gebrauch von "Demokratie" wurden und wie sich die Idee von einer gefährlichen zu einer populären wandelte.  Ein zweiter Aspekt dieses Forschungsprogramms ist die Untersuchung der jüngsten Innovationen und Veränderungen in der Art und Weise, wie Bürger und politische Eliten Demokratie verstehen und rechtfertigen.
 

"What is Democracy (To You)?  Understanding Democratic Reasoning Across Partisan Divides"
Researchers: Sebastian Hellmeier, Vanessa Boese, Daniel Ziblatt

Project on Change of ‘Meaning’ of Democracy in historical German MP speeches (1871-Present)
Researchers: Aditya Dasgupta (University of California, Merced), Fabio Ellger 

Project on Change of Meaning of democracy in candidate manifestos in Britain (1832-Present)
Researchers: Aditya Dasgupta (University of California, Merced), Fabio Ellger 

 

Laufzeit
Dezember 2021 - September 2025