Die Vielstimmigkeit der sozialen Medien

Wie tickt die Mehrheit? Lange waren Umfragen das Mittel der Wahl, wenn es darum ging, die öffentliche Meinung zu erforschen. Inzwischen haben die sozialen Medien ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

Sebastian Berg, Tim König und Ann-Kathrin Koster erarbeiten beispielhaft an einem Hashtag – einem der mit Raute # versehenen Schlagworte, die den Datenstrom bei Twitter kanalisieren –, wie Stimmungen und Themenfelder analysiert werden können. Im Sommer 2018 lösten die Rassismusvorwürfe des Fußballers Mesut Özil eine breite gesellschaftliche Debatte aus, die sich auf Twitter unter dem Hashtag #metwo niederschlug. Die hier versammelten Kurznachrichten, das ergibt die Studie, zeigen ein sehr viel detaillierteres, vielstimmigeres und damit dynamischeres Bild, als es die herkömmliche Meinungsforschung könnte.

Der Beitrag der WZB-Forscher Sebastian Berg, Tim König und von Ann-Kathrin Koster, Stipendiatin am Schaufler Kolleg der Technischen Universität Dresden, „Political Opinion Formation as Epistemic Practice: The Hashtag Assemblage of #metwo“ ist in der Zeitschrift Media and Communication erschienen (2020, Jg. 8, H. 4. DOI: 10.17645/mac.v8i4.3164).

Ihre Publikation wird in „Vorgestellt“, Publikationen aus dem WZB, in den aktuellen WZB-Mitteilungen präsentiert.

6.1.2021