Friends of the WZB Award für akademische Beiträge

Berenike Firestone und Christin Jänicke wurden mit dem diesjährigen Friends of the WZB Award für ihre akademischen Beiträge  ausgezeichnet. Wir gratulieren beiden Forscherinnen herzlich.

Der Friends of the WZB Award 2025 in der Kategorie Postdocs geht an Berenike Firestone, Ph.D., wissenschaftliche Mitarbeiterin der Abteilung Transformationen der Demokratie für ihr Interview „Aktives Erinnern“ im Deutschlandfunk Kultur am 6. Mai 2025. In diesem Beitrag erläutert sie die Ergebnisse einer groß angelegten randomisierten Studie zur Teilnahme am #everynamecounts Projekt der Arolsen Archives, dem weltweit größten Archiv zur NS-Verfolgung. In Zusammenarbeit mit dem Archiv und zwei weiteren Wissenschaftler*innen an der Hertie School untersuchte sie über drei Jahre die Wirkung des Projekts, bei dem Freiwillige aus der ganzen Welt dabei helfen, Originaldokumente aus Konzentrationslagern zu digitalisieren. Das Ergebnis: Die Teilnahme an diesem Projekt steigert die Motivation, sich für Gedenken der NS-Verfolgung ebenso einzusetzen wie auch für Demokratie und eine offene Gesellschaft. Die aus WZB-Forschenden und Mitgliedern des Freundeskreises bestehende Kommission würdigte zum einen die thematische Relevanz des Interviews; habe die wichtigsten Erkenntnisse verständlich, klar und strukturiert vermittelt, so die Kommission, und sei damit ein gutes Beispiel dafür, wie Ergebnisse auch von hochrangigen Publikationen einem breiteren Publikum leicht zugänglich gemacht werden könnten.

Der Friends of the WZB Award 2025 in der Kategorie Promovierende geht an Christin Jänicke, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums für Zivilgesellschaftsforschung, für ihren Artikel „Entwicklung rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Deutschland“ (mit Judith Porath), der 2024 als Online-First-Version im Handbuch Rechtsextremismus erschien und eine umfassende interdisziplinäre Analyse rechter Gewalt in Deutschland leistet. Der Artikel verdeutlicht, dass rechte Gewalt kein ostdeutsches Nachwendephänomen ist, sondern sich kontinuierlich durch beide deutschen Nachkriegsgesellschaften zeigt. Darüber hinaus zeigt er eine erhebliche Untererfassung rechtsextremer Angriffe staatlicher Behörden, die nur die Hälfte der 2024 von zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen dokumentierten Angriffe als politisch rechtsmotiviert einstufte. Die Kommission lobte die überaus genaue und zugleich gut verständliche Deskription des Sachverhalts.

Mit dem Friends of the WZB Awards werden jedes Jahr herausragende Beiträge zur problemorientierten Grundlagenforschung, die sozialwissenschaftliche Forschungsergebnisse gut verständlich in die Gesellschaft vermitteln. Die Awards sind mit einem Preisgeld von 1.000 Euro dotiert. 

8.12.25, kes