Wie beeinflussen sich verschiedene Rechtsräume?
Seit September 2025 ist WZB-Forscherin Dana Burchardt Fellow im Heisenberg-Programm der Deutschen Forchungsgemeinschaft (DFG). Sie erforscht in ihrem neuen Forschungsprojekt „Interagierende Rechtsräume“, wie verschiedene internationale, regionale, nationale und transnationale Rechtsräume miteinander in Beziehung treten. Das Heisenberg Fellowship wird für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.
Der erste Teil des Projekts untersucht einen wichtigen inhaltlichen Teilbereich der Interaktionen, die zwischen Rechtsräumen auf internationaler, regionaler und transnationaler Ebene stattfinden: transnationale Verfahrensanforderungen. Dies sind Anforderungen an ein faires Verfahren, wie sie von Institutionen eines Rechtsraums gegenüber einem anderen Rechtsraum aufgestellt werden. Erfasst sind u. a. grund- und menschenrechtliche Verfahrensgarantien hinsichtlich internationaler Organisationen und deren Institutionen, hybrider Institutionen wie das Meta Oversight Board oder der Schiedsgerichtshof für Sport, und Anforderungen gegenüber nationalen Gerichten. Transnational sind Verfahrensanforderungen dann, wenn sie beispielsweise durch ein nationales oder regionales Gericht gegenüber einer internationalen Organisation oder von einer nationalen Rechtsordnung gegenüber einer anderen ausgestellt werden. Dies wird häufig dadurch nötig, dass rechtstaatliche Defizite in dem in Bezug genommenen Rechtsraum bestehen.
Der zweite Teil des Projekts untersucht die Interaktionen von Rechtsräumen auf einer generelleren Ebene. Es legt dabei den Schwerpunkt auf interdisziplinäre Untersuchungen dieser Interaktionen, um neue Erkenntnisse zu generieren und den disziplinären Dialog im Forschungsbereich interagierender Rechtsräume zu stärken.
Der dritte Teil des Projekts nimmt einzelne Beziehungen zwischen zwei Rechtsräumen in den Blick und analysiert diese im Detail. Die beinhaltet u.a. die Interaktionen von nationalem Recht und dem Recht regionaler Integrationsgemeinschaften in Afrika und Europa; das Verhältnis von hybriden transnationalen Rechtsräumen wie „Platform Law“ und „lex sportiva“ mit anderen Rechtsräumen; und der Einfluss der Digitalisierung auf das Verhältnis von Rechtsräumen, insbesondere im europäischen Kontext.
2.2.26/kes/DB