Graphic recording feministische Stadtpolitik
Cristina Estanislao
Wednesday, 15 May 2024

Eine feministische Stadtpolitik, aber wie?

Diskussionsveranstaltung

 

Eine feministische Stadtpolitik befasst sich damit, warum nicht-männliche Bedürfnisse, wie z.B. kollektive Care-Räume, in der aktuellen Stadtpolitik keinen oder zu wenig Ausdruck finden. Dazu gehört auch die Problematik, dass alleinerziehende Frauen aufgrund geringeren Einkommens z.B. bei der Wohnungssuche ungleich stärker von steigenden Mieten betroffen sind.

Die Veranstaltung konzentrierte sich auf den Aspekt Sorgearbeit in der Stadtpolitik. Eine neoliberale Ausrichtung macht Städte zunehmend zu Kapitalanlagen für Reiche, wodurch das Leben immer teurer wird und es immer weniger Platz für Menschen und ihre Care-Bedürfnisse gibt. Frauen, die überproportional für die gesamte Gesellschaft „sorgen“, sind davon stärker betroffen und belastet als Männer. Daher ist die Debatte um eine menschengerechte Stadtpolitik eine feministische Debatte.

Gemeinsam mit Katalin Gennburg, Politikerin und Abgeordnete im Abgeordnetenhaus von Berlin, und Tabea Latocha, Promovendin an der Goethe-Universität Frankfurt/Main, fragten wir, wie Sorgearbeit in einer feministischen Stadt gerechter verteilt werden kann, und suchten zusammen nach Antworten. In der Diskussion  - moderiert von Siavash Valizadeh - haben sich die Anwesenden damit befasst, was eine feministische Stadtpolitik ausmacht und wo Praxisbeispiele zu finden sind. Außerdem wurde über die Notwendigkeit einer feministischen Stadtpolitik und die möglichen Ziele und Strategien diskutiert. Neben Katalin Gennburg und Tabea Latocha war die Illustratorin Cristina Estanislao dabei;  sie hat die Themen des Gespräch künstlerisch in einem Graphic Recording aufbereitet.

Weitere Informationen: Siavash Valizadeh.

Dies war die zweite Veranstaltung in der WZB-Reihe Moderne Kämpfe für gute Arbeit. Die Reihe wird vom Promotionskolleg „Gute Arbeit in einer transformativen Welt“ organisiert und beleuchtet in fünf Veranstaltungen ein Verständnis von Arbeit abseits einer rein wirtschaftlichen Lesart. Dabei öffnet sie den Blick für Bereiche des menschlichen Daseins, wie Wohnen und Verkehr, und stellt entsprechende Akteur*innen und ihre modernen Kämpfe für gute Arbeit vor.